Der SV Bannewitz behält beim Lokal-Derby gegen Empor Possendorf dank einer hochkonzentrierten und geschlossenen Mannschaftsleistung hochverdient mit 2:0 die Oberhand

Es war mal wieder Derby-Time in Bannewitz und sowohl die 2., als auch die 1. Mannschaft mussten beim Lokalrivalen in Hänichen antreten. Das Vorspiel bestritt die 2. Mannschaft, die sich in dieser Saison bisher hervorragend geschlagen hat und nach dem verdienten Sieg gegen den Tabellenführer aus Kreischa vor zwei Wochen, wollten die Bannewitzer auch gegen Possendorf punkten, um in der Spitzengruppe zu überwintern. Die Bannewitzer bestimmten zwar das Spiel, taten sich aber recht schwer, zu echten Torchancen zu kommen. So dauerte es bis zur 23. Minute, bis Patrick Wolf die 1:0-Führung erzielte. Die Bannewitzer bemühten sich zwar weiter, nachzulegen, aber durch einen Abwehrschnitzer wurde den Possendorfern der 1:1 Ausgleich geschenkt und so ging es dann auch in die Halbzeitpause. In der 2. Spielhälfte änderte sich am Spielverlauf nicht viel: Bannewitz drückte und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie sich die Führung wieder erarbeitet hatten. Toni Sanbar war es, der in der 67. Minute die 2:1 Führung erzielte und Max Elske erhöhte in der 85. Minute auf 3:1. Der Possendorfer Anschlusstreffer in der 90. Minute brachte nochmal etwas Spannung ins Spiel, aber die Bannewitzer hielten die 3:2 Führung und stehen nun nur 1 Punkt hinter dem Tabellenführer Kreischa auf Platz 3. Gratulation für die bisherige Saisonleistung, an der das Trainerteam Markus Stephan und Ronny Dietze nicht ganz unbeteiligt waren.

Nun zum Spiel der 1. Mannschaft. Die Bannewitzer hatten keine guten Erinnerungen an das erste Spiel der Hinrunde auf eigenen Platz, als sie mit 1:2 das Nachsehen gegen die Possendorfer hatten. Damals waren es die Possendorfer, die die bessere Einstellung zum Derby gefunden hatten, denn das Derby wird zu einem nicht unerheblichen Teil im Kopf entschieden. Dass die Einstellung der Bannewitzer zum Derby passte, war gleich von Anfang an zu spüren und zu sehen. Sie bauten sofort Druck auf und bereits in der 5. Minute kamen sie durch Florian Schmieder zu ihrer ersten Chance, aber der an diesem Tag sehr gut aufgelegte Possendorfer Keeper verhinderte die Bannewitzer Führung. Nur eine Minute später war der Possendorfer Torhüter erneut zur Stelle und parierte, nachdem Jakob Schulz nach einem Freistoß zum Schuss kam. Die erste Possendorfer Chance gab es in der 13. Minute, aber der Schuss ging weit übers Tor. Die Bannewitzer scheiterten in der 17. Minute erneut am Possendorfer Keeper, auch wenn dieser den Ball erst im Nachfassen festhalten konnte. In der darauffolgenden Minute bekamen die Possendorfer einen Freistoß von der rechten Außenlinie auf Höhe der 16-Meterlinie, der große Gefahr für das Bannewitzer Tor brachte, aber der Ball konnte gerade noch zur Ecke abgewehrt werden. Die nächste Possendorfer Chance gab es erneut durch einen Freistoß, dieses Mal aber kurz vor der Strafraumlinie, leicht nach links versetzt, aber der Schuss ging harmlos am Tor vorbei. In der 27. Minute hätte eigentlich die 1:0 Führung für die Bannewitzer fallen müssen, als der Possendorfer Torhüter vor Florian Schmieder außerhalb des Strafraums nur noch per Kopfball den Ball abwehren konnte, der bei Markus Stephan landete. Aber der brachte den Ball nicht im leeren Tor unter. Nur zwei Minuten später konnte ein Possendorfer Bein gerade noch die Bannewitzer Führung verhindern und es schien jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bannewitzer die Führung erzielen würden. Und so kam es dann auch in der 31. Minute. Der Possendorfer Keeper konnte einen Freistoß von Paul Szuppa aus 20 Metern gerade noch zur Eck lenken, die kurz ausgeführt wurde und Paul Szuppa zog einen Bananenball aufs lange Eck, wo Jakob Schulz hochstieg, aber nicht an den Ball kam, der sich hinter ihm unhaltbar ins Possendorfer Gehäuse senkte. Die 1:0 Führung für die Bannewitzer war bis zu diesem Zeitpunkt hoch verdient. Bannewitz spielte weiter nach vorne und kam immer wieder zu hochkarätigen Chancen, die aber immer wieder vom Possendorfer Keeper zunichte gemacht wurden. In der 40. Minute hatten die Bannewitzer gleich eine Dreifachchance, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie und dann war auch noch der Pfosten im Weg. In derselben Minute landete dann auch noch ein Schuss von Florian Schmieder an der Latte; der Possendorfer Torhüter hätte hier keine Chance mehr gehabt. Es folgten noch zwei 100%ige Chancen für die Bannewitzer vor dem Halbzeitpfiff, so dass die Possendorfer froh sein konnten, dass es zur Halbzeitpause nicht schon 3:0 oder 4:0 stand.

Possendorf wurde in der 2. Halbzeit stärker, schufen aber auch Platz für Bannewitzer Konter

Die 2. Halbzeit begann gleich mit einem Bannewitzer Paukenschlag. Oliver Werner griff in der 47. Minute am Possendorfer 16er an, erlief den von einem verzweifelten Possendorfer Abwehrspieler gespielten Ball und versenkte ihn in aller Ruhe zum 2:0 für Bannewitz. Für die Bannewitzer hätte es nicht besser laufen können, wenn man mal von den vielen vergebenen Großchancen aus der 1. Halbzeit absieht. Die nächste Bannewitzer Großchance hatte Florian Schmieder, den Kevin Moraweck auf der rechten Seite anspielte, aber der Schuss von Florian Schmieder aufs lange Eck ging knapp am Tor vorbei. In der 56. Minute war es erneut Florian Schmieder, der sich eine gute Chance erarbeitete, aber sein Schuss landete dieses Mal am Außenpfosten. Im Gegenzug war dann mal Possendorf dran, aber der Schuss ging deutlich übers Tor. Die 67. Minute bescherte Possendorf eine 100%ige Torchance, als die Bannewitzer Abwehr nicht konsequent genug dazwischen ging und der Ball am Fünfmeterraum plötzlich bei einem völlig freistehenden Possendorfer landete, der den Ball aufs lange Eck schob, doch ein Bannewitzer Abwehrspieler konnte gerade noch vor einem Possendorfer Stürmer klären. Nur eine Minute später hätte Markus Stephan alles klar machen können. Markus Stephan war herrlich freigespielt worden, aber der scheiterte aus zwei Metern am Possendorfer Torhüter. Possendorf drückte und kam in der 77. Minute zu einem gefährlichen Kopfball, aber Patrick Richter im Tor der Bannewitzer parierte den Ball. Die Possendorfer hatten das Mittelfeld praktisch ganz frei gegeben und dies schuf immer wieder Platz für Bannewitzer Konter. Markus Maximilian Baldus, neu im Bannewitzer Team, hätte sich gleich in seinem ersten Spiel in die Torschützenliste eintragen können, doch aufgrund eines Fehlers des Bannewitzer Trainers, der Maximilian Baldus vor dessen Einwechslung offensichtlich nicht erklärt hatte, dass er sich kein Beispiel an seinen Mitspielern beim Chancenvergeben nehmen sollte, gelang es, den Ball aus vier Metern neben das praktisch leere Tor zu schieben. Nach einem weiteren starken Bannewitzer Angriff in der 78. Minute, der aber nur eine Ecke einbrachte, kam Possendorf in der 82. Minute nach einem Freistoß zu einem gefährlichen Kopfball. Die Latte rettete Bannewitzer. So blieb es beim hochverdienten 2.0 für die Bannewitzer, denen somit die Revanche für die Saisonauftaktniederlage gelungen war.

Der Termin für das Nachholspiel gegen Coswig ist für den 24. Februar 2018 angesetzt worden. Somit können die Bannewitzer jetzt in die verdiente Winterpause gehen und recht zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf sein. Zwar taten sie sich schwer, in die Saison hinein zu kommen, aber nach den beiden Anfangsniederlagen gegen Possendorf und Mittweida, folgte ein hoch verdienter Sieg gegen Sebnitz. Die Niederlage in Gröditz verdankten die Bannewitzer hauptsächlich ihrer katastrophalen Chancenverwertung. Dann begannen die Bannewitzer sich langsam zu stabilisieren und brachten den Hainsbergern den ersten Punktverlust bei. In Hartmannsdorf vergaben die Bannewitzer einen Sieg in den letzten Minuten, aber danach folgte ein grandioser 5:1-Sieg gegen Stahl Freital und ein Unentschieden in Freiberg, sowie ein Sieg in Frankenberg. Da wähnten sich die Bannewitzer endlich auf der Erfolgsspur, bis es dann eine bittere Niederlage gegen Weinböhla setzte. Die nächsten Spiele, gegen Wilsdruff, Wesenitztal und jetzt gegen Possendorf konnten die Bannewitzer für sich entscheiden und stehen verdient auf dem 8. Tabellenplatz.

Zu den Spielen in der Meisterschaft kommt noch das Erreichen des Viertelfinales im Landespokal. Zum Auftakt besiegte Bannewitz hier Flöha, dann gab es gegen Striesen einen Elfmeterkrimi, bei dem Patrick Richter alle drei Striesener Elfmeter hielt. Danach wurde Stollberg besiegt und im Viertelfinalspiel gegen Radebeul war man kurz vor dem Einzug ins Halbfinale, nachdem Paul Szuppa mit einem sensationellen Seitfallzieher die Verlängerung erzwungen hatte und kurz vor Schluss die Bannewitzer ins Halbfinale hätte schießen können, aber in der Verlängerung gelang dann den Radebeulern noch der Siegtreffer. Dieses Pokalspiel wird den Zuschauern und den Bannewitzer Spielern sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben, hat es doch gezeigt, wozu die Bannewitzer in der Lage sind. In diesem Spiel hat die Mannschaft viel Selbstvertrauen getankt und den Grundstein für die nachfolgenden Siege gelegt. Was die Mannschaft auszeichnet ist das hervorragende Klima innerhalb der Mannschaft und mit dem Trainer sowie dem Umfeld der Mannschaft. Des Weiteren profitiert die Mannschaft von dem großen Kader, obwohl es trotzdem, wie jetzt im Spiel gegen Possendorf aufgrund von Verletzungen und anderen Gründen, passieren kann, dass nur drei Feldspieler plus ein Torhüter auf der Ersatzbank sitzen. Hoffen wir, dass die verletzten Spieler über die Winterpause wieder fit werden.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), Maximilian Genschmar, Paul Szuppa (83. Martin Neubert), Michael Brückner, Florian Schmieder, Michal Musil, John Rabe, Jakob Schulz, Oliver Werner, Kevin Moraweck (75. William Brügemann), Markus Stephan (C, 67. Maximilian Baldus); Auswechselspieler: Daniel Scheuermann (ETW), William Brügemann, Martin Neubert, Maximilian Baldus

Karl-Heinz van Pée