Der SV Bannewitz gewinnt in Wilsdruff mit Kampf und Glück 3:1

Die große Frage bei den Bannewitzern war: kann man den Schwung aus dem Pokalspiel gegen Radebeul mit nach Wilsdruff nehmen und wieder einen ähnlich guten Auftritt hinlegen? Andererseits musste Wilsdruff gewinnen, wollte man nicht in den Abstiegsrängen landen. Dass Wilsdruff absolut keine Lust auf einen Abstiegsrang hatte, wurde sofort deutlich, denn sie legten gleich mächtig los und die Bannewitzer mussten gleich in der 3. Minute eine Menge Glück in Anspruch nehmen, als ein Wilsdruffer Schuss über dem verdutzten Patrick Richter an der Latte landete. Und es ging gleich so weiter. Der ansonsten unglaublich souveräne Jakob Schulz blieb in dem ungemähten Rasen des Kunstrasenplatzes hängen und plötzlich sah sich in der 5. Minute ein Wilsdruffer allein Patrick Richter gegenüber, aber er schob den Ball leichtfertig am Bannewitzer Tor vorbei. Es war zu befürchten, dass die Bannewitzer ihren Glücksvorrat schon in den ersten Minuten aufbrauchen würden. Bannewitz kam in der 7. Minute zu einer ersten Chance, aber der Schuss von Michael Brückner verfehlte sein Ziel. In den nächsten Minuten ging es auf dem kleinen Kunstrasenplatz hin und her, Die Wilsdruffer gingen mit ihren Chancen leichtfertig um und die Bannewitzer patzten immer wieder im Spielaufbau und sofort standen die Wilsdruffer wieder ante portas. Dies verleitete die Wilsdruffer aber, viel zu weit aufzurücken und so wurde Paul Szuppa nach einem gefährlichen Wilsdruffer Angriff noch in der eigenen Hälfte angespielt und startete einen Konter. Er hatte nur noch den Wilsdruffer Torhüter, der sich an der Strafraumgrenze postiert hatte, vor sich und spielte nach rechts auf den mitgelaufenen Markus Stephan, der problemlos in der 14. Minute das 1:0 für Bannewitz markierte. Die Wilsdruffer ließen sich aber nicht groß beirren und setzten weiter auf Angriff. Insbesondere mit Freistößen und Einwürfen in den Bannewitzer Strafraum brachten sie immer wieder Gefahr vors Bannewitzer Tor, aber entweder gingen die Bälle am Bannewitzer Tor vorbei oder ein Bannewitzer brachte noch ein Bein dazwischen. Die Bannewitzer kamen viel zu selten zu echten Entlastungsangriffen, die dann aber nicht ungefährlich waren. In der 40. Minute bekam Bannewitz einen Freistoß etwa 28 Meter vor dem Wilsdruffer Tor aus fast zentraler Position. Florian Schmieder lief an und knallte den Ball an den linken Pfosten, der Wilsdruffer Torhüter hätte keine Chance gehabt – Pech für Bannewitz. So ging es mit 1:0 für Bannewitz in die Halbzeitpause.

Bannewitz kämpft und hat das Glück des Tüchtigen

Jakob Schulz hatte die erste Chance für Bannewitz in der 2. Halbzeit, aber sein Kopfball ging am Tor vorbei. Und dann kam die 56. Spielminute. Ein Freistoß wurde von der Mittellinie schnell diagonal auf die rechte Seite des Bannewitzer Strafraums geschlagen. Oliver Werner war zur Stelle und wurde aus einem halben Meter vom Wilsdruffer Stürmer angeschossen, wobei sich seine Hand nicht in Richtung Ball bewegte und auch keine unnatürliche Stellung eingenommen hatte. Dem Schieri war’s egal, und er entschied, entgegen zu seinem sehr gut postierten Linienrichter, auf Handelfmeter, den Rudolf Keilholz sicher zum 1:1-Ausgleich verwandelte. Wilsdruff wollte jetzt natürlich mehr und erhöhte erneut den Druck. Bannewitz agierte jetzt aber besser als in der 1. Halbzeit und versuchte es auch öfter mit Schüssen, die nicht ungefährlich waren. Das Spiel wurde aber immer mehr von Fouls geprägt, die zum einen der geringen Platzgröße und dem Kräfteverlust beider Mannschaften geschuldet waren. So kam es immer wieder zu Spielunterbrechungen und ein echter Spielfluss kam selten zustande. Wenn aber, hatten die Bannewitzer die Nase vorn und konnten mehr Gefahr vors Wilsdruffer Tor bringen, aber die Wilsdruffer brachten nun ihrerseits immer noch ein Bein dazwischen. Einen dieser häufigen Freistöße bekam Bannewitz in der 27. Minute an der rechten Außenlinie auf Strafraumlinienhöhe zugesprochen. Der Ball wurde gekonnt von Paul Szuppa über Freund und Feind hinweg auf den langen Pfosten gezogen, wo Florian Schmieder völlig alleingelassen in aller Seelenruhe zum 2:1 für Bannewitz einköpfen konnte. Wilsdruff versuchte sich zwar jetzt gegen die drohende Niederlage zu stemmen, aber es waren die Bannewitzer, die die Akzente setzten. Gefahr für das Bannewitzer Tor kam eigentlich nur noch durch Standards wie Eckbälle, aber da stand die Bannewitzer Abwehr recht sicher. In der 78. Minute leitete Patrick Richter mit einem langen Abschlag einen sehr gefährlichen Bannewitzer Angriff ein. Markus Stephan setzte sich auf der rechten Seite bis zur Torauslinie durch, passte in den Fünfmeterraum auf Paul Szuppa, der zwei Wilsdruffer narrte und abzog, aber der Wilsdruffer Keeper konnte gerade noch zur Ecke abwehren. Die Bannewitzer waren jetzt mehr darauf bedacht, die Führung über die Zeit zu bringen und schlugen die Bälle des Öfteren einfach nur hinten raus. Wilsdruff bäumt sich in den letzten 10 Minute nochmals mächtig auf, aber es waren erneut nur Standards, die etwas Gefahr brachten. In der 87. Minute rettete Patrick Richter die Bannewitzer Führung, als er nach einem langen Einwurf und Kopfballverlängerung vor einem einköpfbereiten Wilsdruffer die kurze Ecke zumachte. Die Bannewitzer hielten aber jetzt wieder besser dagegen und versuchten über Konter Entlastung zu schaffen. Bei einem solchen Konterversuch wurde Florian Schmieder in der Bannewitzer Spielhälfte mit einem Bodycheck zu Boden geschickt. Michael Brückner schlug den Ball lang auf die rechte Seite zu Niko Biljesko, der eine Ecke erzwang. Die Ecke wurde direkt aufs Tor gezogen, der Wilsdruffer Torhüter konnte gerade noch abwehren, aber der Ball traf einen Wilsdruffer Spieler, prallte von diesem wieder Richtung Tor, wo Martin Neubert goldrichtig stand und zum 3:1 einschoss. Das war’s dann aber auch und die Bannewitzer konnten sich über einen mühsam erkämpften Sieg freuen.

Nächstes Wochenende ist Pause, die die Bannewitzer für die Regeneration und zum Wunden lecken gut gebrauchen können, bevor dann in zwei Wochen Wesenitztal an die Rosentitzer Straße kommt.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), Maximilian Genschmar (75. Niko Biljesko), Paul Szuppa, Michael Brückner, Florian Schmieder, Michal Musil, Kai Mittag (64. Martin Neubert), Felix Augustin (62. William Brüggemann), Jakob Schulz, Oliver Werner, Markus Stephan (C); Auswechselspieler: William Brüggemann, Martin Neubert, Niko Biljesko

Karl-Heinz van Pée