Der SV Bannewitz verliert das Pokalachtelfinalspiel gegen Radebeul trotz starker Leistung in der Verlängerung mit 2:3

Der Bannewitzer Platzwart hatte den Rasenplatz nach dem Spiel am Samstag gegen Weinböhla wieder gut hergerichtet, so dass das Pokalspiel gegen Radebeul auf dem Rasen stattfinden konnte. Das Wetter machte auch mit und von den 210 zahlenden Zuschauern hat es mit Sicherheit keiner bereut, gekommen zu sein, denn ihnen wurde ein sehr gutes Spiel mit viel Spannung geboten.

Die Bannewitzer hatten die unglückliche Niederlage gegen Weinböhla am Samstag offensichtlich gut verdaut, denn sie legten von Anfang an richtig los und man merkte ihnen sofort an, dass sie voll bei der Sache waren. Trotzdem war es Radebeul, die in der 6. Minute nach einem Einwurf in den Bannewitzer Strafraum Gefahr fürs Bannewitzer Tor brachten, aber Patrick Richter im Bannewitzer Tor konnte klären. Nur eine Minute später bekam Radebeul einen Freistoß etwa 20 Meter vor dem Bannewitzer Tor, aber der Schuss ging weit übers Tor. Die erste Bannewitzer Chance ergab sich in der 10. Minute nach einem gelungenen Angriff über die linke Seite durch Oliver, der Paul Szuppa anspielte, aber dessen guten Schuss konnte der Radebeuler Keeper gerade noch zur Ecke abwehren. Die nächsten 20 Minute gehörten den Bannewitzern, die ein ums andere Mal mit gefährlichen Angriffen die Radebeuler ins Schwitzen brachten. Die beste Chance hatte in dieser Phase Paul Szuppa, der von Florian Schmieder in der 21. Minute gut in Szene gesetzt wurde und im Strafraum frei zum Schuss kam, aber das Tor verfehlte. Florian Schmiders Schuss in der 23. Minute hätte den Radebeuler Torhüter sicherlich vor ein großes Problem gestellt, aber ein Radebeuler Abwehrspieler brachte gerade noch den Kopf hin. Die Bannewitzer hatten in der 29. Minute Glück, als nach einer Ecke gleich mehrere Abwehrspieler den Ball verpassten und ein Radebeuler zum Schuss kam, aber Patrick Richter lenket den hart geschossenen gerade noch um den rechten Posten herum. Aus der folgenden Ecke heraus startete Bannewitz einen schnellen Konter über die rechte Seite durch Paul Szuppa, der nach innen zu Oliver Werner passte, aber dessen Schuss verfehlte das Ziel. Dann war in der 33. Minute wieder Radebeul dran, die einen Bannewitzer Spielaufbau unterbanden, aber der Schuss ging übers Tor. Nur zwei Minuten später brachten die Bannewitzer sich selbst unnötig in Gefahr, als sie bei einem in den Strafraum geschlagenen Radebeuler Freistoß zu früh reingelaufen waren, wodurch ein Radebeuler, der stehen geblieben war, auf einmal frei war und schoss, aber das Tor knapp verfehlte. Radebeul wurde jetzt stärker und drückte die Bannewitzer in ihre Spielhälfte. Allerdings gelang es ihnen nicht, die sehr gut stehende Bannewitzer Abwehr zu knacken. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Bannewitzer nach einer Ecke gleich mehrerer Chancen, aber sie bekamen den Ball einfach nicht über die Torlinie. Den Schlusspunkt in Halbzeit eins setzte dann Oliver Werner, der sich an der Torauslinie den Ball erkämpfte, aber sein Schuss aus sehr spitzem Winkel war eine Beute des Radebeuler Keepers und dann war Halbzeit.

Die 2. Halbzeit hatte es in sich und für eine Szene allein hätte eigentlich extra  Eintrittsgeld gezahlt werden müssen

Die 2. Halbzeit begann gleich mit einem Paukenschlag. Radebeul bekam etwa 25 Meter vor dem Bannewitzer Kasten aus halb linker Position einen Freistoß zugesprochen. Franz Kunze legte sich den Ball zurecht und was dann passierte war sicherlich nicht gewollt: der hoch geschlagene Ball flog über den kurz vor der Linie stehenden Patrick Richter hinweg und schlug zur Überraschung aller der unter Latte zum 1:0 für Radebeul ein. Bannewitz war leicht geschockt und Radebeul versucht die Gunst der Stunde zu nutzen, aber den nächsten Schuss konnte Patrick Richter halten. Den Radebeulern gelang es jetzt, die Bannewitzer in deren eigener Spielhälfte ein zu schnüren und es dauerte etwas, bis sich die Bannewitzer wieder befreien konnten. In der 59. Minute hätte Bannewitz fast von einer verunglückten Fußabwehr des Radebeuler Keepers profitier, der im Strafraum über den Ball trat und dieser uneinholbar Richtung Tor kullerte, aber dann doch einen guten Meter daneben ins Toraus ging. Kurz danach landete ein lang geschlagener Kopfball bei Florian Schmieder, der halbhoch in die Strafraummitte köpfte, aber keiner der dort platzierten  Bannewitzern traf den Ball. In der 65. Minute kamen die Radebeuler dann wieder gefährlich vors Bannewitzer Tor, aber Patrick Richter konnte sich gleich zweimal auszeichnen und verhinderte das 0:2. Die 73. Minute brachte dann aber doch das 2:0 für Radebeul, als Richard Schöne eine Flanke per Kopf versenkte. Das war’s dann wohl, dachten alle, aber Bannewitz gab umgehend die richtige Antwort. Ein Freistoß von Paul Szuppa landete irgendwie bei dem gerade eingewechselten Martin Neubert und der verlängerte den Ball ins Tor: nur noch 1:2. Jetzt waren es die Bannewitzer, die Morgenluft witterten und sofort nachlegen wollten. In der 81. Minute konnte der Radebeuler Torhüter eine gut geschlagene Bannewitzer Flanke herunterfischen. Gar nichts, aber auch gar nichts konnte er bei der Szene in der 86. Minute ausrichten. Paul Szuppa nahm einen hoch in den Strafraum kommenden Ball per Seitfallzieher und viele dachten, das Ding geht drüber oder vorbei, aber nein; der Ball knallte in den oberen linken Winkel und es stand 2:2. Den Radebeulern war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben und man sah fast die Tränen kullern. In der 90. Minute hätte Paul Szuppa den Radebeulern dann noch den Todesstoß versetzen können, ja eigentlich müssen. Nach einem tollen Spielzug kam er links am Fünfmeterraum an den Ball und musste nur noch einschieben, aber der Ball ging Zentimeter am Tor vorbei – das war zum Haare raufen. So blieb es beim 2:2 und die Mannschaften mussten in die Verlängerung.

In der 99. Minute versuchte Richard Schöne es Paul Szuppa gleich zu tun, aber sein Seitfallzieherversuch brachte nun gar keine Gefahr und ging weit übers Tor – kann halt nicht jeder. Bannewitz hatte in der 105. Minute Glück, als ein Radebeuerl aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf, aber Patrick Richter wäre auch zur Stelle gewesen. Der Radebeuler Torhüter musste sich in der 116. Minute tüchtig strecken, um einen Bannewitzer Freistoß per Faustabwehr zu klären. Eine Minute später kam Radebeul zu einer 100%igen Torchance. Nach einem Angriff über rechts kam ein Radebeuler im Strafraum frei zum Kopfball, setzte das Ding aber deutlich über den Kasten. Nicht so in der 115. Minute. Ein Radebeuler Angriff über rechts, eine Flanke in die Mitte, und Markus Schöne war zur Stelle und markierte das 3:2 für Radebeul. Bannewitz warf nun alles nach vorne, aber es reichte nicht mehr und so blieb es beim glücklichen 3:2-Sieg für Radebeul.

Den Bannewitzern bleibt leider nur der Trost, ein tolles Spiel gezeigt und deutlich gemacht zu haben, dass sie auch gegen eine Mannschaft aus der Landesliga bestehen können. Der Bannewitzer Mannschaft muss man für die Einstellung zu diesem Spiel und die gezeigte Leistung und den Kampfeswillen ein großes Lob zollen. Man kann der Mannschaft nur wünschen, dass sie diese Einstellung und den Spielwitz am Samstag mit nach Wilsdruff nimmt.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), Maximilian Genschmar (83. Felix Augustin), Paul Szuppa, Michael Brückner, Florian Schmieder (73. Martin Neubert), Michal Musil, Kai Mittag, John Rabe, Jakob Schulz, Oliver (70. Niko Biljesko), Werner, Markus Stephan (C); Auswechselspieler: Daniel Scheuermann (ETW), William Brüggemann, Maximilian Elske, Paul Müller, Martin Neubert, Felix Augustin, Niko Biljesko

Karl-Heinz van Pée