Der SV Bannewitz verliert gegen Weinböhla auch aufgrund einer ganz schlechten Schiedsrichterleistung mit 0:1

Es war schon ein besonderes Spiel: Bannewitz gegen Weinböhla. Yves Würgau war jahrelang der Co-Trainer der Bannewitzer gewesen und hatte sich in dieser Zeit viele Freunde in Bannewitz gemacht und genoss immer noch großes Ansehen. Allerdings war das für seinen  Freund Jens Hieckmann kein Grund, ihm vorzeitig ein Geburtstagsgeschenk zu machen und es galt die klare Ansage: die drei Punkte sollten in Bannewitz bleiben. Dies schien auch die Bannewitzer Mannschaft so zu sehen und entsprechend schwungvoll legten die Bannewitzer Jungs los. Bereits in der 2. Minute musste der Weinböhlaer Torhüter außerhalb seines Strafraums nach einem lange Abschlag von Patrick Richter vor Florian Schmieder klären, wobei er diesen foulte und dafür zu Recht Gelb sah. Der Freistoß aus 18 Metern wurde von der Mauer zur Ecke abgelenkt, die aber nichts einbrachte. Bannewitz war schnell die spielbestimmende Mannschaft und trug in der 8. Minute einen guten Angriff vor, aber der finale Pass war zu ungenau und landete beim Weinböhlaer Torhüter. In der 15. Minute wurde Markus Stephan auf der rechten Seite mit einem Diagonalball angespielt, zog noch etwas Richtung Grundlinie und flankte nach innen, aber ein Weinböhlaer Abwehrspieler konnte grade noch vor Florian Schmieder per Kopf zur Ecke klären. Florian Schmieder wurde in der 18. Minute im Strafraum angespielt, aber anstatt den Freiraum zu nutzten, den er hatte, versuchte er den Ball in die Mitte zu legen, aber da wurde er von einem Weinböhlaer Abwehrspieler geklärt. In der 19. Minute kam Bannewitz zu einer Ecke, die kurz ausgeführt wurde. Paul Szuppa legte zurück auf Kevin Moraweck, der flankte hoch über die herausrückende Abwehr auf den langen Pfosten. Jakob Schulz reagierte am schnellsten, lief Richtung Tor, kam mit dem Kopf an den Ball, aber der landete an der Latte und sprang von dort zurück ins Feld, Markus Stephan reagierte dieses Mal als erster, lief in den Ball und köpfte ins Tor. 1:0 für Bannewitz – dachten alle, aber Schiedsrichter Brudek pfiff Abseits – eine absolute Fehlentscheidung (s. Video). Markus Stephan stand selbst bei seinem Kopfball noch hinter Jakob Schulz und bei dessen Kopfball meterweit hinter diesem – weiß Herr Brudek, der klare Sicht auf das vor ihm ablaufende Geschehen hatte, nicht, was Abseits ist und was nicht? Die Bannewitzer ließen sich aber nicht allzu sehr beirren und drückten weiter. Weinböhla wusste sich oft nicht anders zu helfen, als die Bälle einfach nach vorne zu dreschen. In der 21. Minute kam Bannewitz erneut zu einem guten Angriff durch Michal Musil über die linke Seite, der in den Strafraum flankte, ein Weinböhlaer verpasste und der Ball kam auf der rechten Seite zu einem Bannewitzer, dessen Flanke in den Strafraum aber eine Beute des Weinböhlaer Torhüters wurde. Irgendwie fehlte den Bannewitzern die Durchschlagskraft. Die 22. Minute brachte einen der bis dahin seltenen Weinböhlaer Angriff nachdem die Bannewitzer in der eigenen Hälfte einen Ball vertändelt hatten, aber der Schuss ging deutlich übers Tor. Und dann kam die 26. Spielminute: ein Weinböhlaer Angriff über die linke Seite, ein nicht verhinderter Pass von der Grundlinie in den Fünfmeterraum, wo ein Weinböhlaer Stürmer den Ball verpasste, so dass Jakob Schulz an den Ball kam und den Ball per Kopf aus dem Strafraum befördern konnte. Unglücklicherweise landete der Ball genau im Lauf von Nick Peters, der abzog und der Ball schlug in der linken unteren Ecke des Bannewitzer Kasten ein. Weinböhla führte völlig überraschend 1:0. Die Bannewitzer waren geschockt und taten sich schwer den Rückstand zu verdauen. So dauerte es bis zur 34. Minute, bis wieder etwas Berichtenswertes passierte. In der 35. Minute brachten sich die Bannewitzer unnötigerweise selbst in Schwierigkeiten: Michael Brückner wartete an der Mittellinie zu lange mit dem Abspiel, ein Weinböhlaer kam an den Ball und lief auf der rechten Seite in den Strafraum und passte in die Mitte, wo ein Weinböhlaer einschussbereit angelaufen kam, aber Patrick Richter konnte sich den Ball fischen – das hätte böse ausgehen können. Bannewitz kam in der 36. Minute wieder mal zu einer Chance, als Martin Neubert an der Strafraumgrenze schön angespielt wurde, aber der Weinböhlaer Torhüter konnte seinen Schuss abwehren. Die Bannewitzer scheiterten immer wieder an der vielbeinigen Weinböhlaer Abwehr und sahen sich dann immer wieder gefährlichen Kontern gegenüber. Paul Szuppa brachte in der 42. Minute einen Freistoß in den Strafraum, aber der Kopfball von Markus Stephan ging deutlich übers Tor. Die letzte Chance in der 1. Halbzeit hatte Weinböhla, als sie aufgrund einer sehr merkwürdigen Schiedsrichterentscheidung einen Freistoß im Mittelfeld an der linken Außenlinie zugesprochen bekamen. Der Ball kam in den Strafraum, wurde von einem Weinböhlaer per Kopf zu einem Mitspieler verlängert, aber dessen Schuss ging dann doch deutlich übers Tor.

 

Bannewitz kämpft, aber bekommt den Ball einfach nicht ins Tor

Es war den Bannewitzern nach dem Seitenwechsel anzumerken, dass sie sich mit aller Macht gegen die Niederlage anstemmen wollten und so kamen sie schon in der 51. Minute zu einer sehr guten Chance: Michal Musil erkämpfte sich in der Mitte der Weinböhlaer Spielhälfte den Ball, leitetet ihn schnell nach vorne in den Lauf von Florian Schmieder weiter, der zu Paul Szuppa, der nach rechts zu Maximilian Genschmar weiter schob. Maximilian Genschmar spielte zurück zu Paul Szuppa und der schoss von der Strafraumgrenze, aber der Ball ging links am Tor vorbei und auch der hineinrutschende Markus Stephan kam nicht mehr an den Ball.

In der 56. Minute musste der Weinböhlaer Torhüter einen direkt aufs Tor gezogenen Eckball über die Latte lenken. Die nachfolgende Ecke kam erneut gefährlich herein, aber kein Bannewitzer kam dran und es gab noch eine Ecke, die aber am Außennetzt landete. Der Bannewitzer Druck nahm immer mehr zu und die Weinböhlaer wussten sich immer häufiger nur noch durch Fouls zu helfen. In der 59. Minute hätte es eigentlich Rot und nicht nur Gelb für einen Weinboehlaer geben müssen, denn ohne einen Hauch von Chance an den Ball zu kommen, trat er Oliver Werner von hinten in die Beine. Hier nur Gelb zu geben, war nur eine der merkwürdigen Entscheidungen des sehr schwachen Schiedsrichters. Bannewitzer Angriff auf Angriff rollte auf das Weinböhlaer Tor zu, aber die Bannewitzer trafen das Ziel nicht, geschweige denn hinein. Den Weinböhlaern boten sich jetzt aber die Chance für Konter und in der 63. Minute wäre fast das 2:0 für Weinböhla gefallen. Eine Balleroberung in der eigenen Hälfte und dann ging es ganz schnell über links nach vorne, im Strafraum auf Höhe des Elfmeterpunkts ein Pass in die Mitte, der genau bei einem heranstürmenden Mitspieler landete, aber der knallte den Ball aus fünf Metern übers Tor – Glück für die Bannewitzer. Nach einem Doppelfoul an Jakob Schulz (zuerst Halten und dann noch ein Tritt in die Beine) in der 71. Minute an der Mittellinie gab es Freistoß für den SV Bannewitz. Der Ball kam hoch in den Weinböhlaer Strafraum, Jakob Schulz war mit dem Kopf zur Stelle, aber der Weinböhlaer Torwart brachte noch die Hand an den Ball und konnte abwehren und die Bannewitzer Nachschussversuche kamen nicht durch.. Die 77. Minute brachte einen Freistoß aus zentraler Position, 20 Meter vom Tor entfernt, für die Bannewitzer nach Foul an Maximilian Genschmar. Kevin Morawecks Schuss wurde von der Mauer minimal abgefälscht und zischte knapp übers rechte Lattenkreuz. Es folgte eine Serien von Eckbällen, bei denen die Weinböhlaer mit Mann und Maus verteidigten und die Bannewitzer den Ball einfach nicht durch die dicht stehende Abwehr brachten – das Ding wollte einfach nicht rein. Die Weinböhlaer waren mit ihren Kräften am Ende und knallten die Bälle nur noch hinten raus, aber die Bannewitzer schafften es einfach nicht, den Weinböhlaer Verteidigungsring zu knacken. Selbst Unsicherheiten des Torhüters, der in der 83. Minute einen Ball nicht festhalten konnte, halfen nichts. In der ersten Minute der Nachspielzeit hätte es noch einen Strafstoß für Bannewitz geben müssen, als ein Weinböhlaer Jakob Schulz mit gestreckten Fuß beim Schuss traf, der Schiedsrichter sah das aber nicht so. Damit blieb es dank des nichtgegebenen Nicht-Abseitstors der Bannewitzer beim für die Weinböhlaer glücklichen 1:0 Sieg.

Bannewitz hatte jetzt nach sechs Spielen wieder einmal das Nachsehen und es bleibt zu hoffen, dass die Spieler dieses Spiel schnell aus den Köpfen bekommen und sich auf das Achtelpokalspiel am Dienstag um 13:30 Uhr konzentrieren und vorbereiten können.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), William Brüggemann (46. Kevin Moraweck), Maximilian Genschmar (85. Paul Müller), Paul Szuppa, Michael Brückner, Florian Schmieder, Michal Musil, Martin Neubert (70. Niko Biljesko), Jakob Schulz, Oliver Werner, Markus Stephan (C); Auswechselspieler: Daniel Scheuermann (ETW), Paul Müller, Kai Mittag, John Rabe, Felix Augustin, Niko Biljesko, Kevin Moraweck

Karl-Heinz van Pée